GEGEN DAS VERGESSEN

Ein Gastbeitrag von Herrn A. Frerk

Der 8. Mai 1945, Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, wird im politischen Diskurs der Bundesrepublik fast nur noch als Tag der Befreiung wahrgenommen. Politiker, Publizisten und Pädagogen lassen weitgehend keine andere Deutung dieses Tages mehr zu. Noch Konrad Adenauer äußerte sich sehr kritisch zu der Differenz zwischen der Zahl der Bewohner der deutschen Ostgebiete vor dem Zweiten Weltkrieg und der Zahl von Flüchtlingen, die die ethnische Säuberung ihrer Heimat überlebt hatten. Damals hatten allerdings die Stimmen der Flüchtlinge bei den Wahlen noch großes Gewicht, heute nicht mehr. Zudem ist die Liebe zum eigenen Volk und Land durch die Umerziehung vielfach der Verachtung und dem Haß gewichen.

Daher tönt es uns heute von überall entgegen: Wir wurden dank der Alliierten am 8. Mai1945 befreit. In der Tat wurden Millionen Deutsche befreit: von Hab und Gut, Haus und Hof, ihrer angestammten Heimat, von ihrer Ehre (mehr als zwei Millionen Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, viele dutzendfach bis zum Tod oder danach von den Befreiern erschossen), von ihrer Gesundheit, von ihrer Freiheit, vom Leben, ob sie nun für oder gegen das Dritte Reich gewesen waren.

Als Todesursachen dieser Menschen sind neben Krankheit und Erschöpfung schriftlich überliefert: das Erschlagen, Erschießen, Erdrosseln, Ertränken, Erstechen, der Tod nachmehrfacher Vergewaltigung, das Entmannen, das Kreuzigen, das Totpeitschen und das Tottrampeln durch Menschen oder Pferde, das Verbrennen bei lebendigem Leib, das Verstümmeln, das zu Tode Rollen in Fässern und das Vollpumpen mit Jauche. (3. Mai 1945 „Erlöst und vernichtet zugleich“ Ursachen und Folgen des II. Weltkriegs, dargestellt aus Anlaß des 60. Jahrestages des Kriegsendes 2005 3, erweiterte Auflage, Juli 2005 Herausgegeben vom Verband deutscher Soldaten e.V. , Seite 64)

Die Wahrheit lässt sich aber nicht vollständig und dauerhaft unterdrücken. So gibt es in Guthmannshausen bei Weimar eine monumentale Gedächtnisstätte für 12 Millionen deutsche Zivilisten, die in ihrer Mehrzahl erst nach dem 8. Mai 1945 der Mordlust der Sieger zum Opfer fielen. Diese Zahl wurde von einem objektiven Historiker auf der Grundlage amtlicher Dokumente ermittelt. Von den Mördern hat bis heute kein einziger seinen Richter gefunden.

 

A. Frerk  (Einzelmeinung)

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