Ich habe die Rheinische Post abbestellt. Und Sie?

Nach über 30-jährigem Bezug habe ich mein Abonnement der Rheinischen Post Anfang des Jahres gekündigt. Ein paar Ausgaben kommen noch, dann ist Schluss.

Wie kam´s?

Ich hatte das große Glück, von guten Lehrern unterrichtet worden zu sein. Dabei kann ich mich noch gut an den Deutschunterricht erinnern, als das Zeitungswesen behandelt wurde:  Guter Journalismus unterscheide, so lernten wir, streng zwischen Bericht und Meinung: In Berichte gehören Tatsachen, Annahmen sind als solche zu kennzeichnen und Meinungen haben dort nichts zu suchen. Letztere seien den Kommentierungen vorbehalten.

Meine Ansprüche an eine Zeitung, für die ich bezahle, gehen aber noch weiter:

Ich erwarte, dass die Zeitung alle einigermaßen relevanten Informationen liefert, also keine dieser Informationen, schon gar nicht gezielt, unterdrückt.

Eine Zeitung wie die Rheinische Post wird von unterschiedlich Ausgestatten gelesen, also zum einen von Leuten, die in der Lage sind, Sachverhalte und Entwicklungen zu erfassen und zutreffend zu werten. Zum anderen gehören zum Leserkreis dieser Zeitung auch Menschen, die unbesehen glauben, was darin geschrieben steht; basta. Weitere Leser sind zwischen diesen beiden Gruppen anzusiedeln. Insbesondere die Mitglieder der letzten beiden sind durch den Inhalt einer Zeitung mehr oder weniger steuerbar. Eine Zeitung, insbesondere eine, die sich ihre Ausgaben bezahlen lässt, hat zu informieren und nicht zu steuern.

Die Rheinische Post wird sämtlichen dieser Ansprüche nicht gerecht:

So verstößt die Rheinische Post gegen den simplen Grundsatz, Bericht und Meinung zu trennen, in dem sie (u.a.) die AfD in Berichten unter Verwendung des abwertenden wie auch unzutreffenden Attributs „rechtspopulistisch“ erwähnt :  Als nur drei Beispiele von vielen seien diese Artikel innerhalb des letzten Jahres genannt: 1.) „Umstrittener AfD-Politiker kommt nicht zum Bundesparteitag nach Köln“ am 13.4.2017;  2.) „NRW-AfD sagt Parteitag wegen Sicherheitsbedenken ab“ am 12.10.2017  und 3.) „Stimmzettel getwittert“ am 14.3.2018. Es handelt sich um eine gezielte Sonderbehandlung der AfD, denn es heißt weder die merkelergebene, deutschlandabschaffende oder sonst was CDU hält einen Parteitag ab, noch die pädophilen Grünen tun oder lassen etwas noch meint die wendegehalste FDP dieses oder jenes. Das hier beschriebene Verhalten der Rheinischen Post dient dem alleinigen Zweck, die AfD zu diffamieren und die Leser dahin zu bringen, bevorzugt die CDU oder neuerdings die FDP –  wenn´s denn sein muss, wie einst von einem Superdemokraten aus der CDU propagiert,  auch gar nicht – , aber auf keinen Fall die AfD zu wählen.

Gesteuert werden kann auch dadurch, dass an sich gleichgewichtig bedeutende Ereignisse an überragender Stelle, wiederholend und mit großer Ausführlichkeit platziert oder aber weitgehend bis völlig unterdrückt werden. Auch dieser Mittel bedient sich die Rheinische Post ungeniert, wenn dies denn ihren Zielen dient: So werden die hervorragenden Redebeiträge der AfD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag nahezu vollständig unterdrückt:  Von der exzellenten Rede des Dr. Gottfried Curio von der AfD am 16.3.2018 zu umfassenden Grenzkontrollen  (diese hier: https://youtu.be/wQsEf3TVtGY ) habe ich nichts gelesen.

Dieses Verhalten wird auch auf regionaler Ebene intensiv gepflegt:

So hatte der AfD Kreisverband Kleve diesen http://afd-kleve.de/afd-kreisverband-kleve-mit-neuem-altem-vorstand/#more-1717 Bericht über den Kreisparteitag im Februar 2018 den Lokalredaktionen im Kreis Kleve, darunter auch denen der Rheinischen Post, mit der Bitte um Veröffentlichung eingereicht. Und was machte die Rheinische Post daraus? Einspaltig, 17 Zeilen. Gesagt wird, dass der Kreisvorstand neu gewählt wurde, dass die Abgeordneten Keuter und Strotebeck Gastredner waren und wer in welche Position gewählt wurde. Der Hammer aber ist die zentrale Botschaft „Der alte und neue Kreissprecher Kai Habicht verlas den Bericht des Vorstands“.

Nicht doch. Die AfD soll bloß nicht in den Blickpunkt geraten, da schon besser diese kleine Splitterpartei (der große Nigel Farage würde vielleicht „Piss-Partei“ sagen) namens FDP  –  offenbar Chefredakteurs Liebling. Hier die einschlägigen Lenkungsmaßnahmen innerhalb nur einer Woche (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

27. Februar 2018: Hinweis auf anstehenden FDP-Kreisparteitag (50Zeilen)

1.  März 2018: Eine komplette dreiviertel Seite FDP „Zwischen Hau und Hauptstadt“

2.  März 2018:  ca. 70 Zeilen „FDP …zeichnet RP-Chefredakteur aus“

5.  März 2018: ca. 100 Zeilen (incl. Foto): Bericht über Kreisparteitag der FDP

Auch schon vor etwa 10 Jahren, damals noch weit ausschließlicher als Zentralorgan der CDU unterwegs, wusste die Rheinische Post, wen sie zu bedienen hatte und wohin ihre Leserschaft zu steuern war: http://afd-kleve.de/luegenpresse-das-unwort-des-jahres/#more-454  (Punkte 2 und 4).

Schließlich komme ich zu den Kommentierungen:

Sicher, Kommentierungen beinhalten Standpunkte. Eine Zeitung wie die Rheinische Post kann über die Art ihrer veröffentlichten Kommentare selbst bestimmen. Sie kann alle Meinungen zu Wort kommen lassen oder aber sich für eine Richtung entscheiden. Die Rheinische Post lebt die letztere Variante. Ich habe nicht einen zutreffenden oder gar wohlmeinenden Kommentar zur AfD vernommen; im Gegenteil: Am 5. März 2018 kommentiert der Chefredakteur, Ziel allen Bemühens müsse sein, die AfD aus dem Bundestag zu drängen. Und, wörtlich: „ Die dumpfen Nationalisten müssen aufs Schärfste bekämpft werden.“  Das ist deutlich. Die Vertreter von fast 6 Millionen als dumpfe Nationalisten verunglimpften Wählern (die aufgrund von Wahlmanipulationen unter den Tisch gefallenen AfD-Stimmen sind nicht bekannt) sollen also aus dem Bundestag gedrängt werden: Glückwunsch Herrn Bröcker, diesem vorbildlichen Demokraten.

Die AfD wendet sich gegen den von den Blockparteien zu verantwortenden Niedergang Deutschlands. Sie wendet sich – unter anderem –  gegen die Lügner, die den Deutschen angesichts der D-Mark-Abschaffung versprochen hatten, der Euro werde so gut sein wie die D-Mark, kein Land werde für die Schulden anderer Länder aufkommen müssen, was durch Verträge sichert gestellt sei. Sie wendet sich weiter gegen diejenigen, die uns unverantwortlicher Weise das Schengen-Abkommen beschert haben sowie die Aufnahme völlig ungeeigneter Länder in die EU.  

Die Folgen des Handelns derjenigen, denen die AfD sich entgegenstellt, werden immer offenkundiger: NoGoAreas, extrem gestiegene Kriminalität, Verschleuderung unseres Vermögens durch völlig unnötige Transferleistungen nach innen und außen, Belastung auch der nachfolgenden Generationen durch die Rettungsmaßnahmen zugunsten einer von Anfang an fehlkonstruierten Währung. Verfall der Infrastruktur, praktisch handlungsunfähige Bundeswehr usw. . Die AfD-Abgeordneten Gauland und Weidel  haben diese Fehlentwicklungen am 21.3. 2018  in ihren großartigen Reden (welche natürlich ebenfalls, soweit ich feststellen konnte, von der Rheinischen Post unterschlagen wurden, aber hier https://youtu.be/lPu4Jo3v4BE  und hier https://youtu.be/P_Kl5XKNKCQ  genossen werden können) zur Regierungserklärung der Bundeskanzlerin eindrucksvoll aufgezeigt.

Die Rheinische Post stützt also die fatale Politik der Blockparteien, während die AfD von dieser Zeitung regelrecht bekämpft wird.

Die Bezieher der Rheinischen Post sollten wissen, dass sie damit eine Institution stärken, die die Zerstörung unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen fördert.  Eine solche Zeitung verdient es nicht, abonniert zu werden.

Abonnementskündigungen schwächen die wirtschaftliche Basis einer Zeitung. Dies nicht nur durch den Entzug der Abonnementsgebühr, sondern auch durch Abschmelzung der Reichweite, was wiederum die Attraktivität für Werbekunden und damit einhergehend die Anzeigenerlöse reduziert.

Wenn eine Zeitung unzulänglich informiert, ist sie unprofessionell. Wenn eine Zeitung ihre Leser steuert, noch dazu in die falsche Richtung, ist sie schädlich.

Wer die Rheinische Post bezieht, unterstützt eine unprofessionelle und schädliche Zeitung. Ich möchte nicht zu den Unterstützern gehören.

Und Sie?

 

Gerd Plorin

–   Einzelmeinung   –

4 thoughts on “Ich habe die Rheinische Post abbestellt. Und Sie?”

  1. Lieber Gerd Plorin,

    noch ein paar Gedanken und ergänzende Worte zu dem Beitrag „Ich habe die Rheinische Post abbestellt – und Sie“.

    Diesen Schritt habe ich schon vor einigen Jahren vollzogen und auch beibehalten, erst recht, seit ich durch Soziale Medien (z.B. WallstreetOnline) auf die AfD als Junge Partei aufmerksam wurde und diese „mental und mit Beiträgen begleitet“ habe. Anfänglich belächelt als Altherren-oder Professoren-Partei u.ä. folgte bald die verbale Eskalation – Euro-Gegner, Euro-Kritiker, Euro-Feinde, Euro-Hasser (BILD). Aller Häme zum Trotz wuchs die Partei überdurchschnittlich schnell, also mussten andere, medial wirksamere Attribute durch den Blätterwald und die Online-Ableger fegen, also was folgte: Nationalisten, Populisten, Rechtspopulisten und schlimmeres.

    Was passierte: die Partei wuchs exponentiell weiter, die Angst der Altparteien, welche sich den Wählerkuchen bisher aufgeteilt haben, die Sahnestücke der CDU und SPD, die Krümel für die FDP und Grüne, wuchs mit der Wählergunst via AfD.

    DER SPIEGEL schoss erst garnicht, dann permanent gegen die AfD, in Folge dessen verlor auch dieser einen langjährigen Abonnenten, ebenso die WiWO, in  der sich Chefredakteurin Meckel alles andere als neutral oder differenziert zur AfD geäußert hat.

    Was die Rheinische  Post anbelangt wundert mich, dass der Auflage- und Abonnentenschwund mit der Berufung M. Bröcker´s  zum Chefredakteur 2014 von der Geschäftsführung so hingenommen wird.

    Verkaufte Auflage 4/2014:  318.048   4/2017:  278.738

    Abonnenten          4/2014:  286.027   4/2017:  251.681

    (Quelle: IVW.eu)

    Nur die verlustig gegangenen Abonnenten reißen ein Loch von ca. 15 Mio Euro ins Firmen-Portefeuille, nicht eingerechnet der Anzeigenschwund a.G. gesunkener Reichweite.

    Zum Vergleich, mit Ulrich Reitz als Chefredakteur (1997 – 2005) wuchs die Verkaufte Auflage oder blieb stabil, ebenso die Abonnentenzahl. Natürlich kann man den charismatischen Visionär und Erneuerer Reitz nicht mit gediegenen hochgedienten Alt-Parteienfreunden vergleichen, dass wäre m.M. nach wie Champions League vs. Regionalliga. Leider gibt es nur wenig gute Chefredakteure in Deutschland, auch wenn (oder gerade darum?) Herr Bröcker von der FDP zum Coprayer Ritter „geschlagen“ wurde, was sich natürlich in den gefälligen Kommentaren und Berichten der „Spitzen Feder“ niederschlägt.

    (Disclaimer: Dieses ist meine private Meinung, die Quelle der Zahlen ist angegeben, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht zufällig und daher beabsichtigt)

    Peter Korpok

  2. Also ich bin ebenso entsetzt, irritiert und sogar schockiert über diese RHEINISCHE POST. Vor etwa eineinhalb Jahren haben die angefangen, unseren katholischen Religionsunterricht in unterirdischer Art und Weise in die Tonne zu treten, dann kam ein Bericht auf einer ganzen Seite zu dem Twitter-Kontakt zwischen einem Priester und einem jugendlichen im klever Raum. Auch dieser Bericht ist von allen verurteilt worden. Dann kamen kürzlich zwei Islamisten zu Wort, der erste wieder auf einer ganzen Seite, der zweite in einem kleineren Beitrag, der uns Christen Antisemitismus vorwarf. Als der EU-Gerichtshof glaubte der EKD befehlen zu müssen, daß die Kirchen auch Nichtchristen einzustellen haben, hat ein Autor dieser vermeintlichen "Zeitung für Politik und christliche Kultur" das auch noch bejubelt. Jetzt zuletzt gab es zu Pfingsten ein Geschreibe von "Lothar Schröder" über dieses + Hochheilige Fest + der Christen. Dieser Groß"beitrag…" wurde missbraucht, um wiederholt auf die Situation der Frau in der Katholischen Kirche aufmerksam zu machen und damit durch die Hintertür das "Priesterrtum der Frau" zu fordern, obwohl das nach den Worten und somit der Entscheidung von Papst Johannes Paul II. endgültig verboten ist und den sofortigen Ausschluß aus der katholischen kirche (Exkommunikation) nach sich zieht. Also ich weis wirklich nicht, was in der Redaktion dieser "Ansammlung von gedrucktem" in Düsseldorf vor sich geht. Irgendwie haben die völlig den Boden unter den Füßen verloren und fügen mit ihren Veröffentlichungen unserer christlichehn Religion einen immensen Schaden zu. Das Problem ist, daß diese RHEINISCHE POST nicht dazu geeignet ist, sich damit auf dem stillen Örtchen den Hosenboden abzuwischen. Auch das führt nicht zu dem erforderlichen Ergebnis. Da kann man mal sehen, daß die RHEINISCHE POST auch dafür nicht taugt; übrigens wäre allein schon der Gedanke daran das tun zu wollen, eine Beleidigung für dieses Körperteil !

  3. Wo wir gerade schon bei christlichen Dingen sind, verweise ich auf einen hervorragenden Beitrag eines bis vor kurzem aktiven in dieser CDU:

     

    >>> Zur Erinnerung ! <<<

    PHILOSOPHIA PERENNIS
    Ein Blick auf die Welt mit von der philosophia perennis geschärften Augen

    Catholica

    Treuer Katholik zu Papst Franziskus: „Mein Papst ist er nicht!“

    Veröffentlicht von David Berger am 22. Dezember 2016

    Peter Helmes ist eine über die Grenzen des Rheinlandes hinaus bekannte Persönlichkeit der katholischen Welt. Er war 40 Jahre ehrenamtlich und 25 Jahre hauptberuflich in der Politik auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene tätig. Er ist ein katholischer, sehr fröhlicher Rheinländer, arbeitet seit 19 Jahren als selbständiger Politikberater und war 21 J. freiberuflicher Universitäts-Dozent (Lobbying, Medien).

    https://philosophia-perennis.com/2016/12/22/treuer-katholik-zu-papst-franziskus/

Schreibe einen Kommentar zu Peter Korpok Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.