Kreistagsrede zur Windkraft im Reichswald


Herr Landrat, meine Damen und Herren. Liebe Gäste!

 

Ich muss sagen, ich freue mich sehr darüber, dass so viele Bürgerinnen und Bürger heute den Weg zum Kreistag gefunden haben. Das gibt mir Hoffnung, weil ich sehe dass die Menschen sich doch noch für Politik interessieren.

Wenn über die Entscheidung zur Errichtung von WEA im Reichswald im Vorfeld eine Bürgerbefragung durchgeführt worden wäre, dann hätten unsere Gäste wahrscheinlich Ihren Abend heute woanders verbracht. Aber jetzt sind Sie hier und das finde ich gut.

Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortung wieder mehr dort zu finden wäre, wo sie hingehört. In die Rathäuser, in die Kreise und auch ins Land. Hier vor Ort wissen die Menschen was wichtig ist und was getan werden muss.

 

Kommen wir aber zur Stellungnahme des Kreis Kleve im 2. Beteiligungsverfahren für die Regionalplanung.

 

Ich hatte schon der ersten Stellungnahme zugestimmt, jedoch mit leichten Bauchschmerzen, aber wenn die positiven Aspekte überwiegen dann kann man solch einer Vorlage auch mit gutem Gewissen zustimmen. Sicherlich hätte ich mir ein wenig mehr Mut von der Kreisverwaltung gewünscht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich möchte heute lediglich auf das Thema Windenergie eingehen. Es ist sehr lobenswert, dass die Kreisverwaltung der Ansicht ist WEA hätten im Reichswald nichts zu suchen.

Aber warum nur dort? Der Stellungnahme ist zu entnehmen, „dass die Einzigartigkeit und Komplexität des Gesamtraums im Umweltbericht fachlich völlig unzureichend erfasst und die gravierenden, negativen Auswirkungen eines Windparks dort in seinen Konsequenzen ebenfalls nicht komplett und richtig widergespiegelt werden.“ Für mich heißt das übersetzt: „Hier wurde unverantwortlich gehandelt und Fehler gemacht.“ Wenn also dort Fehler in der Bewertung gemacht worden sind, dann womöglich auch an anderer Stelle?

Die Frage muss erlaubt sein!

Vor allem widerspricht es dann wohl auch dem Gutachten das der Sachverständige für das Projekt im Reichswald gemacht hat. Die Frage würde ich mir als Kranenburger Stadtrat schon stellen, immerhin sollen die über 200 Meter hohen Türme, also höher als der Kölner Dom, dort im schönsten Naherholungsgebiet im Kreis Kleve errichtet werden.

Welche Gründe wird es geben solch eine Entscheidung mitzutragen? Ich denke diese Frage werden wir hier heute nicht beantworten können, aber interessant wäre es schon. Vielleicht kann der ein oder andere aus diesem Ort mal was dazu sagen. Kommen wir aber zurück zu WEA außerhalb von Wäldern.

Die derzeitige Situation sieht folgendermaßen aus. Wir haben hier im Kreis Kleve Windräder mit einer Leistung von ca. 185 MW installiert bzw. genehmigt, durch die etwa 0,5 TWh/a Nettostrom produziert werden könnte. Das allein ist schon ein Drittel der für die gesamte Planungsregion Düsseldorf vorgesehenen Strommenge aus WEA (1,7 TWh/a). Jetzt zum Stichtag 12.09.16 ist bereits eine Gesamtleistung von 232,4 MW installiert bzw. genehmigt. 20% mehr, auf inzwischen 0,59 TWh/a. Rein rechnerisch kann damit bereits heute mehr als der gesamte Kreis Kleve mit Strom aus Windenergiegewinnung versorgt werden. Theoretisch!!!

Wenn man bedenkt, dass ca. 6000 Std. im Jahr gar kein Wind weht, eine doch eherverwirrende Aussage. Jedoch ist es das noch nicht. Nein, der Anteil an genehmigten WEA wird in den nächsten Wochen und Monaten voraussichtlich weiter steigen, es wird erwartet, dass die durch WEA produzierte Strommenge im Kreis Kleve dann bei etwa 0,8 TWh/a (also bei ca. 50% der für die Planungsregion Düsseldorf eingeplanten Strommenge) liegen wird.

Wow, kann man da nur sagen! Aber kommen wir nun zum Grundproblem dieser Thematik.

Der Grund für diesen, in meinen Augen vorsätzlichen Irrsinn, das böse CO2 und die Klimahysterie in die einige verfallen sind. Böse Stimmen sprechen auch von Geldgier! Das aber ist in meinen Augen leider auch „menschlich“. D.h. nicht, dass man das mit geschlossenen Augen geschehen lassen muss.

Solange die Frage nicht geklärt ist, wie viel Einfluss der Mensch auf das Klima hat, solange sollte man sich nicht in einen solchen Irrsinn stürzen. Sollte man annehmen….

Ich möchte jetzt nicht in die wissenschaftliche Bewertung eintauchen, das erspare ich Ihnen, aber es ist und bleibt eine unbewiesene Hypothese. Punkt!

Gerne kann man mich persönlich dazu ansprechen aber das würde hier letztlich den Rahmen sprengen.

Die Realität sieht leider etwas anders aus. Wir brauchen uns ja nur die sogenannte Energiewende in Deutschland anzuschauen und sehen mit welchen fatalen Folgen wir eine überhastete Energiewende zu bezahlen haben. Das ist nicht nur die Natur, die dabei drauf geht, sondern es sind auch die kleinen Leute die das bezahlen müssen. Oder warum treibt Deutschland seine eigene Grundstoffindustrie aus dem Land? Sie glauben doch wohl nicht, dass hier neue energieintensive Unternehmen entstehen. Wenn wir Glück haben verschwinden die, die wir noch haben, nicht auch noch.

Ein Vergleich! UNSERE Energiekosten sind mittlerweile doppelt so hoch wie in den USA. Früher war das nicht so gravierend, da versprach auch der Name „Made in Germany“ noch etwas. Heute im Zeitalter der Fertigungsstraßen und Roboter kommt es letztlich nur noch auf die Energiekosten an.

UNS wurde die Energiewende mal verkauft mit dem Kostenvergleich einer Eiskugel, die es an Mehrkosten betragen würde. Da muss man sich die Frage stellen: „Wie groß mag diese Eiskugel wohl sein?“ Tragbar wäre sie sicherlich nicht!

Ich hatte vorhin von der Zahl 6000 Stunden gesprochen bei der kein Wind weht. Richtig, aber in dieser Zeit benötigen wir andere Energiequellen. Punkt! Auf der einen Seite produzieren wir so viel Strom, dass er uns aus den Ohren kommt. Drücken ihn  z.B. nach Polen, Frankreich usw., die ihn gar nicht haben wollen und zahlen schon auf den bezahlten Strom, nochmals einen negativen Strompreis. Wenn jedoch kein Wind weht kann es sogar vorkommen, dass wir den Strom von alten schon abgeschriebenen Kohlekraftwerken aus Österreich kaufen.

Ist das eine vorbildliche Energiewende?

Ich sage NEIN, und selbst führende Politiker anderer Parteien haben schon gesagt, dass die Energiewende kurz vorm scheitern steht oder schon gescheitert ist. Man will es aber noch nicht zugeben. Ich kann das verstehen, wer möchte schon geteert und gefedert werden. Aber so sieht die Realität aus!

80000 Megawatt werden im Oktober/November als Basisleistung benötigt. Da weht kaum Wind und auch die Sonne scheint in der Regel nicht mehr so häufig und lange wie wir es zurzeit im diesjährig schönen September haben. Sicher könnte man jetzt sagen, ja genau da sieht man doch die Klimaveränderung! ABER: „Wir haben seit etwa 15 Jahren keinen Temperaturanstieg gehabt.“ WARUM wird das nicht vernünftig in der Gesellschaft diskutiert. (Selbst das IPCC sagt das)

Grönland bedeutet Grünland! Dort hatte „Eric der Rote“ Brunnen angelegt, die heute beim zurückweichendem Eis im unteren Drittel immer noch zugefroren sind. Es MUSS also schon mal wärmer gewesen sein als heute. Das muss man doch mal zur Kenntnis nehmen! ABER nein, da werden voreilige Schlüsse gezogen, ein Untergangsszenario konstruiert und wirkliche Panik verbreitet!

Natürlich kann man Vorsorge betreiben, keine Frage. ABER der Euro kann nur einmal ausgegeben werden und da muss die Frage erlaubt sein, ob es nicht dringendere Herausforderungen gibt, wie z.B. die Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern, die Wasserknappheit oder auch die Versorgung von wirklich flüchtigen Menschen!

CO2 einzusparen muss nicht falsch sein. ABER so ineffizient wie wir es tun ist es weltweit einzigartig. Durch den Bau unserer WEA ist keine Reduzierung von CO2 erreicht worden, weil in Wirklichkeit die CO2 Emissionen geregelt werden durch das Emissionshandelssystem. D.h. wenn Deutschland in eine WEA investiert, dann können die Spanier, die Polen oder andere ein bisschen mehr CO2 emittieren. IRRSINN kann ich da nur sagen.

Und wer in den letzten Tagen gelesen hat was in Polen los ist, der weiß das wir noch viel, viel mehr WEA bauen können, da gerade Polen die Windkraft sogar mit einem Verbot belegt hat und sich wieder mehr auf Energie durch Kohlekraftwerke konzentriert. IRRSINN kann ich da nur sagen.

Kommen wir zum Ende!

ICH wünsche mir von unserer Kreisverwaltung wie schon eingangs erwähnt mehr Mut! Vielleicht wird sie sich im neuen Jahr kundig machen über die dreijährige Studie die Dänemark in Auftrag gab und die 2017 veröffentlicht werden soll. Bezüglich der Gesundheitsrisiken durch z.B. Infraschall. Der einstige Vorreiter baut derzeit nämlich kaum noch WEA, sowohl Offshore als auch Onshore. Auch das PSO, vergleichbar mit unserem EEG läuft aus. Warum wohl?!

Wie gesagt, ich unterstütze die Stellungnahme und danke für ihre Aufmerksamkeit.

 

 

Kai Habicht

Kreistagsmitglied und Vertreter des AfD Kreisverbands Kleve

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