Seenotrettung oder Fährdienst?

Adolf Frerk

Geldem, 4. August 2018

Der Weg ins Gelobte Land, sprich Europa, führt über das Mittelmeer. Migranten besteigen also an der libyschen oder marokkanischen Küste hochseeuntaugliche Boote, die völlig überfüllt ablegen, obendrein noch ohne Vorräte von Proviant, Trinkwasser und Treibstoff für einen längeren Verbleib auf See. Meist verlauft die Fahrt glatt, denn jenseits der Drei-Meilen-Zone ( 12 Meilen) warten schon die Schiffe der „Seenotretter“, die für eine zügige Weiterreise sorgen. Zumindest bis vor kurzem. Wenn freilich die Abstimmung der Transporteure einmal versagt, kommt es zu den von unseren Medien gern bemühten „dramatischen Situationen“, die jedoch nicht auf die Wut der Elemente oder das Versagen von Schiffsmaschinen zurückgehen, sondern vorprogrammiert und selbstverschuldet sind.

Dann wird ganz einfach das Seerecht mit seinen Bestimmungen über die Rettung Schiffbrüchiger missbraucht. Wer auf einem Seelenverkäufer losfährt, kann keine internationale Solidarität erwarten. Er ist ein potentieller Selbstmörder und für sein Schicksal so verantwortlich wie jemand, der sich von einem Hochhaus in die Tiefe stürzt. Die edlen Retter sind aber mitverantwortlich für die Todesfälle auf dem Meer, denn ohne sie gäbe es kein nennenswertes Schlepperunwesen. Wenn sie jedoch meinen, sich unbedingt als Helfershelfer von Kriminellen missbrauchen lassen zu müssen, sollten sie gefälligst auch die Folgekosten ihrer Aktionen übernehmen und ihr Gutmenschentum nicht zu Lasten der Steuerzahler betreiben.

Weiterhin ist es abwegig, den Europäern mangelnde Empathie oder sogar Mitverantwortung für den Tod von Migranten auf See zuzuweisen Besonders Deutschland hat schon viel mehr Migranten aufgenommen, als es verkraften kann. Die finanzielle Belastung (mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr) ist unverantwortlich hoch wie auch der Verlust an Sicherheit und Lebensqualität durch importierte Kriminalität. Vielleicht sind die Deutschen ja nicht in Hinblick auf die im Mittelmeer Ertrunkenen abgestumpft, sondern in Bezug auf die an ihren Landsleuten begangenen Untaten.

Die ständig angemahnte Bekämpfung der Fluchtursachen geschieht schon seit Jahren ohne viel Erfolg über die Entwicklungshilfe. Dennoch wächst die Bevölkerung im Orient und in Afrika in rasendem Tempo und damit Armut und Auswanderungsdruck. Diese Explosion ließe sich nur direkt an der Wurzel bekämpfen, was aber eine Einmischung in die inneren und intimsten Angelegenheiten wäre. Vor dieser neo-kolonialistischen Arroganz werden wir uns natürlich hüten.

 

A. Frerk

(Einzelmeinung)

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