Stadtfest Kleve: Nazi am AfD-Stand

Auch die AfD war mit einem viel beachteten Stand auf dem Klever Stadtfest am letzten Sonntag dabei. Gleich zu Beginn sollte es zum Höhepunkt des Nachmittags kommen: Ein recht bekannter Klever Lokalpolitiker und SPD-Parteimitglied  namens Roland Katzy trat vor die Standbesetzung, verkündete aufgebracht, dass man für „Euch“ wieder KZs bauen müsse und verschwand in Richtung des schräg gegenüber aufgebauten SPD-Stands.

Wie bitte? KZs für die AfD bauen?

Man fragte sich, was den geritten haben musste: Kam er vom Frühschoppen? War es der Restalkohol vom vorhergehenden Abend? Hatte die Wut darüber sein Mundwerk geführt, dass das verhängnisvolle Wirken der SPD in Bund und Land allen Anstrengungen von Presse, Funk und Fernsehen zum Trotz zunehmend erkannt wird und die AfD bereits deutlich an der SPD vorbeigezogen ist? Oder leidet der SPD-Mann an mindestens einem geistigen Gebrechen? Wir wissen es nicht.

Ansonsten erlebten die Aktiven vom Klever Stadtverband der AfD, welche von vielen Parteifreunden, darunter auch einige aus den Nachbarkreisen, unterstützt wurden,  einen abwechslungsreichen Nachmittag. Großes Interesse (die Kollegen am SPD-Stand taten uns leid), viele interessante Gespräche und auch kontroverse Diskussionen: Es machte Spaß zu sehen, dass die AfD auf dem richtigen Weg ist – was ganz aktuell nun auch durch die tagesaktuell  veröffentlichte Emnid-Umfrage bestätigt wurde, welche die AfD als zweitstärkste Partei ausweist.

Man darf gespannt sein, wie die SPD mit ihrem KZ-Träumer umgehen wird. Schmeißt sie ihn raus? Oder stellt sie sich mehrheitlich hinter ihn und übernimmt damit seine Aussage? Man wird sehen.

Alternative für Deutschland

Kreisverband Kleve

9 thoughts on “Stadtfest Kleve: Nazi am AfD-Stand”

  1. Herr Katzy ist nicht irgendwer. Er war 25 Jahre im Kreistag und davon 15 Jahre Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. (laut https://spd-kleve.de/wordpress/?p=4238)  

    Ich unterstelle, dass er das, was hier vermittelt wird, nicht so gesagt bzw. gemeint hat. Ich vermute, dass sinnentstellend verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen, o.ä. wurde. Also genau das erfolgte, was die AfD-Aktiven selbst oftmals erleben.

    Aber statt es besser zu machen (und dadurch Ihre Kritik am Agieren der Kritiker glaubwürdiger werden zu lassen), geht der Kreisverband ebenso kritikwürdig vor.

    Ich frage mich, welche Ziele damit verfolgt werden, einen solchen Artikel hier zu veröffentlichen. Sicher können sich die AfD-Aktiven wieder mal als die verfolgten Unschuldigen fühlen. Und natürlich ist zentraler Teil der AfD-Kommunikation und -Selbstvermarktung die eigene Inszenierung als von den bösen Anderen Ausgeschlossenen.

    Klar ist, dass manches Agieren vonseiten der Wettbewerber kritikwürdig ist. Aber das rechtfertigt das Vorgehen des AfD-Kreisverbands in diesem Fall für mich nicht.

    Derlei mag ja den inneren Zusammenhalt in seiner Gruppierung stärken. Aber ich erwarte von ernstzunehmenden politischen Akteuren nicht nur ein Einigeln unter Gleichgesinnten. Sondern auch das Bemühen um den Austausch mit Akteuren anderer politischer Parteien. Und zwar nicht nur mittels Botschaften, die sich erkennbar einzig an die eigenen Unterstützer richten.
    Wenn derlei gegenüber der SPD ernsthaft versucht wurde, können Sie es hier ja erläutern und mich überzeugen.

    Ein solcher Artikel ist Ausdruck der sehr weitreichenden Kommunikationsstörung zwischen AfD und den allermeisten ihrer Kritikern. Man spricht, schreibt und schimpft gerne über die jeweils anderen. Den sachlich-inhaltlichen Dialog mit den Andersmeinenden möchte man aber eher nicht. Bzw. ist nicht bereit, die dazu nötigen Schritte auf die andere Seite zuzugehen.

    Stattdessen "verwurstet" man das Geschehen in einer derartigen Internet-Story. (Die, so unterstelle ich, als Pressemitteilung kein seriöses Medium aufgreifen würde.)
    Glaubt man so auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Partei voranzukommen? 
    Ich bezweifele dies.

    Vielleicht möchte die AfD im Kreis Kleve ja auch gar nicht ernstgenommen werden?
    Das macht das politische Tun ja weniger anstrengend und vereinfacht vieles … 😉

    1. Ich habe es auch nicht glauben wollen, als mir meine Parteifreunde von dem Vorfall berichtet hatten. Kurze Zeit vorher hatte ich nämlich ein sehr nettes Gespräch am AfD-Stand mit meinem Arbeitkollegen Prof. Alkas von der SPD. Wir hatten erfreulicherweise vereinbart, künftig häufiger kontrovers und sachlich miteinander zu diskutieren, da man uns als AfD nunmehr ja nicht mehr ignorieren könne.

      Da ich die Aussage mit dem KZ kaum glauben konnte, bin ich also zum Stand der SPD gegangen, wo wir Herr Katzy fragten, ob er diese Aussage wirklich getätigt hat. Er hat daraufhin diese Aussage im Beisein von Prof. Alkas und zwei Leuten von uns noch zweimal wiederholt. Es ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen oder sinnentstellend wiedergegeben. Ich hatte Prof. Alkas angesichts dieser Aussage seines Parteigenossen darauf hingewiesen, dass offenbar doch keine Basis für eine sachliche Diskussion gegeben ist, leider.

      Wir sind genauso wie die?? Eine derartig widerliche Aussage eines AfD-Politikers gegenüber Andersdenkenden hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Falls doch, wäre über den Fall in der Tagesschau berichtet worden und die Person wäre in Rekordzeit hochkandig aus der Partei geflogen.

       

      1. Danke für die Antwort.
        Mmh, da war ich wohl zu kritisch… (Aber ich frage halt gerne etwas kritisch bzw. provokant.)
        Aber ich fand den Vorwurf halt im Wortsinne unglaublich.

        >Eine derartig widerliche Aussage eines AfD-Politikers gegenüber Andersdenkenden hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Falls doch, wäre über den Fall in der Tagesschau berichtet worden und die Person wäre in Rekordzeit hochkandig aus der Partei geflogen.>
        Ja, vermutlich.

  2. Diese skandalöse Äußerung aus dem Mund eines erfahrenen, altgedienten SPD-Mannes muß ernst genommen werden. Der Aggressor war sich der Tragweite seiner Polemik mit Sicherheit voll bewusst, Er kann sich nicht darauf berufen, provoziert worden zu sein und im Affekt unbedachte Worte gesagt zu haben.

    Wenn dem politischen Gegner der Wunsch nach Rückkehr zur Nazibarbarei entgegengeschleudert wird, beweist das zunächst einmal die Verrohung der politischen Sitten in den Reihen der SPD. Darüber hinaus liegt ein fundamentaler Mangel im Verständnis der Demokratie vor, denn diese beruht bekanntlich auf der friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Ansichten und Ziele. Zudem nährt diese niederträchtige Attacke eines prominenten Genossen den Verdacht von totalitären Tendenzen innerhalb der SPD. Die Inhaftierung politisch Andersdenkender ist in sozialistisch regierten Ländern bis heute gängige Praxis.

    Hätten Mitglieder der AfD vergleichbare Äußerungen gegen SPD-Leute von sich gegeben, so ginge ein Aufschrei der Entrüstung durch die ganze Republik. Wahrscheinlich träte sogar der Verfassungsschutz wegen Gefährdung der demokratischen Grundordnung in Aktion. Daher ist der Vorfall beim Stadtfest in Kleve keine Lappalie, sondern der gesamten sozialdemokratischen Partei anzulasten.

  3. Bemerkungen zu: 3 thoughts on „Stadtfest Kleve: Nazi am AfD-Stand,

    Bernd Derksen, 4. Oktober 2018 um 15 .43 Uhr

    Roland Katzy hat sich beim Klever Stadtfest im Kampf' gegen Rechts ganz besonders „profiliert“, indem er für AfD-Leute die Wiedereröffnung der Konzentrationslager der Nazis herbeiwünschte. Das hat er so gesagt und gemeint, denn er hat seine Aussage im Beisein der Professoren Alkas (SPD) und Bastian (AfD) sowie weiterer Zeugen zweimal wiederholt. Einsicht in die Bösartigkeit seiner Äußerung oder gar eine Distanzierung von ihr ist daher von diesem SPD-Aktivisten nicht zu erwarten, auch wenn Bundespräsident Steinmeier gerade mehr Respekt im Umgang miteinander gefordert hat.

    Nun sollten wenigstens seine lokalen Parteifreunde mehr Anstand und Einsicht beweisen oder vielleicht sogar den Übeltäter zur Räson bringen. Leider sind das nur fromme Wünsche. So verlegt sich zum Beispiel am 4. 10. 2018 SPD-Mann B. Derksen auf die bekannte Ausrede, der Ärmste habe es ja gar nicht so gesagt oder gemeint. Obendrein bestreitet er den Angegriffenen ihr gutes Recht zur Kritik an dieser infamen Attacke eines SPD-Prominenten. Statt seine Missbilligung deutlich auszudrücken oder sich an Stelle seines Genossen zu entschuldigen, redet er von „Selbstvermarktung“ und „Inszenierung“ seitens der AfD.

    Des weiteren bemüht Herr Derksen die Mär vom wünschenswerten Austausch mit den „Akteuren anderer Parteien“. Dabei weiß er doch genau, dass die AID systematisch durch die Etablierten von allen Veranstaltungen ausgeschlossen wird, wo Kommunikation möglich wäre. Vielmehr ist Diffamieren, Stigmatisieren und Kriminalisieren die Linie der Politklasse gegenüber der AfD.

    Die „Botschaften“; welche die AfD im Kreis Kleve je von den politischen Gegnern erhielt bestehen in der Vernichtung ihrer Wahlwerbung, in Angriffen auf lnfo-Stände, Behindern und Sprengen von Stammtischen, Rowdytum mit Hilfe von Kraftfahrzeugen, Spuck-Attacken und ähnlichen Straftaten. So sieht in Wahrheit der von Herrn Derksen beschworene „sachlich-inhaltliche Dialog“ der Altparteien mit der AfD aus.

     

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