Stellungnahme zum Kommentar im Notizblog (Kurier am Sonntag) vom 20.02.2015


 

Sehr geehrter Herr Plotke,

 

zu Ihrem Online-Beitrag im „Notizblog“ vom 20.02.2015 auf der Internetseite des „Kurier am Sonntag“ haben der Autor der kontroversen Beiträge und der Vorstand des Kreisverbandes der AfD Kleve folgende Stellungnahme:

 

Der Autor, der als Einzelmeinung gekennzeichneten, kontroversen Beiträge, entschuldigt sich für den an einigen Stellen scharfen Ton und die pauschalisierenden Urteile bei all denen, die betroffen bzw. angesprochen wurden. Provokation ist eben ein Mittel zur Erlangung von Aufmerksamkeit, so dass die Beiträge und ihre Titel stets reißerisch oder überspitzt waren. Ansonsten wird die AfD im Allgemeinen seitens der Medien oft gemieden oder es wird ebenfalls häufig pauschalisierend diskreditiert. Das soll hier aber nicht als Ausrede dienen.

 

„Pressefreiheit ist das Recht von 400 reichen Leuten in Deutschland öffentlich ihre Meinung zu sagen!“

Dieses fast wörtliche Zitat war der provokativ formulierte Einstieg zum Unterrichtsthema  Meinungs- und Informationsfreiheit in einem vom Kultusministerium NRW Anfang der 80iger Jahre von Minister Girgensohn genehmigten Politikschulbuch für Berufsbildende Schulen.  Die Berufsbildenden Schulen heißen jetzt Berufskollegs und das für sie zuständige Ministerium heißt Schulministerium. Es würde jetzt zu weit führen darüber zu sinnieren, was sich für die Schulen außer der Namensgebung wirklich verbessert hat, und ob die Namensgebung überhaupt eine Verbesserung war.

Nun zurück zur Pressefreiheit.

Dieser provokative Satz zum Recht von 400 reichen Leuten ist natürlich aus unterschiedlichen Gründen auch gerade aus heutiger Sicht völlig falsch.

Unter anderem ist es seit Anfang der 80iger Jahre zu einem massiven Zeitungssterben gekommen und somit hat schon dadurch die theoretische Möglichkeit, Meinungen zu veröffentlichen, enorm abgenommen. Hinzu kommt eine zunehmende wirtschaftliche Abhängigkeit der noch bestehenden Presseprodukte von Inserenten und Eigentümern. Das hat natürlich Auswirkungen auf die veröffentlichte Meinungsvielfalt.

Da werden der Öffentlichkeit Leserbriefe und andere Beiträge unterschlagen, da werden womöglich Textstellen verändert oder sinnentstellend gekürzt oder vielleicht unbewusst oder bewusst in einen verunglimpfenden Kontext gestellt. Von alle dem haben auch Sie sicher schon gehört.

Das Recht auf Meinungsfreiheit gehört zu den schwer erkämpften Grundrechten der Menschheit und ist in unserem Grundgesetz festgeschrieben.

Herr Plotke, Sie kritisieren uns in Ihrem Artikel offensichtlich, weil wir auf unserer Homepage Meinungsäußerungen zugelassen haben, die auch aus Sicht des AfD-Vorstandes kritikwürdig, teilweise überzogen provokativ oder evtl. schlichtweg falsch sind (Quelle wurde immer angegeben).

Da offensichtlich selbst Sie, als erfahrener Journalistikhase, sich haben verleiten lassen, die Meinung von einzelnen mit den programmatischen Forderungen und Zielen der AfD gleichzusetzen, haben wir diese Beiträge von unserer Homepage genommen.

 

Sie haben sich als SPD-Vorsitzender in Uedem auch dazu verleiten lassen dem Autor in subtiler Weise (fett markiert) einige von Ihnen frei erfundene Unterstellungen unterzujubeln, die mit keiner Silbe vom Autor geschrieben wurden. So haben Sie beispielsweise in dieser Form gleichzeitig CDU-Mitglieder im Kreis (Landrat Wolfgang Spreen und Bürgermeister Theodor Brauer), die der Autor zu schätzen weiß, diskreditiert. Leider sind einige Kommentatoren in Ihrem Blog darauf reingefallen.

Obwohl  Ihre unsägliche Vorgehensweise an mehreren Stellen Ihres Kommentars nachgewiesen und angeprangert werden könnte, soll hier nur ein konkretes Beispiel aufgeführt werden. Ihr Kommentar:

„Verkehrte Welt! Der Sklave hat doch wohl immer noch ein Schwarzer zu sein oder Chinese, wenn er z.B. Mobiltelefone zusammenschraubt, aber ganz bestimmt kein Weißer (außer er ist Pole) und erst recht kein Deutscher!“

 

Lenin soll mal gesagt haben: Die Frage ist nicht, ob manipuliert wird, sondern in wessen Interesse!

 

Ihr abschließendes pauschales Urteil in Ihrem Kommentar, Zitat „Denn Ihr seid die AfD, die Alternative für Dumme“ ist von daher nur zwangsläufig. Wir nehmen Ihnen das als SPD-Mitglied folglich nicht übel.

 

Da unsere Homepage noch im Aufbau ist, haben wir überlegt, wie wir die Meinungsvielfalt unterstützen können und gleichzeitig dafür sorgen können, dass die Einzelmeinungen von Mitgliedern oder Dritten nicht mit der offiziellen Parteimeinung verwechselt werden können.

 

Und nun zum Schluss  noch ein Wort zur Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik der AfD:

Die AfD steht für eine gelenkte Zuwanderungspolitik, die darauf abstellt, dass die Zuwanderer in unserer Gesellschaft auch wirklich integriert werden können und dies auch selber wollen. In unseren Leitlinien steht weiterhin: Politisch Verfolgten im Sinne des Grundgesetzes ist Asyl zu gewähren. Als Gäste des Landes sollen Asylanten würdig behandelt und als Mitmenschen akzeptiert werden, wozu auch das Recht gehört, ihr Auskommen selbst erarbeiten zu dürfen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Aus Gründen der Humanität ist es eine Pflicht, Kriegsflüchtlingen bei uns oder an anderen sicheren Aufenthaltsorten mit Unterkünften und dem notwendigen Lebensunterhalt beizustehen.

 

Ansonsten wird in diesem Jahr das Parteiprogramm der AfD verabschiedet und dann werden Sie feststellen, dass die AfD keine Ein-Themen-Partei ist, die sie übrigens auch nie war.

 

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Freundlicher Gruß

Autor der kontroversen Beiträge und der Vorstand des Kreisverbandes Kleve

 

PS: Zum Thema: „Die europäischen Mächte im Zeitalter des Kolonialismus“ sollten wir dann mal eine gesonderte Veranstaltung machen. Aber um es schon mal vorwegzunehmen, am großen Lichterbaum der europäischen Länder mit kolonialen Interessen wie Portugal, Spanien, Holland, Italien, Norwegen, Frankreich und England war Deutschland zwar auch ein ganz trauriges aber, Gott sei Dank, nur sehr kleines Licht.

           

 

2 thoughts on “Stellungnahme zum Kommentar im Notizblog (Kurier am Sonntag) vom 20.02.2015”

  1. >Autor der kontroversen Beiträge>

    Mit welchem Slogan wirbt die AfD noch mal für sich? "Mut zur Wahrheit" ?  😉
    Ist es nicht arg mutlos, sich weiterhin nicht zu seinen Texten bekennen zu wollen? 😉
    So nachvollziehbar ich es vielleicht auch finden mag.

  2. Im Grunde halte ich es für absolut notwendig, sich für mehr Meinungsvielfalt und -freiheit einzusetzen.
    Und dazu auch Beiträge zu veröffentlichen, die nicht jeder mögen wird.
    Lassen Sie sich da bloß nicht einschüchtern!

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