Zu: „Trumps Launen“-, RP 11.7.2018

( https://rp-online.de/politik/ausland/gipfeltreffen-nato-fuerchtet-die-launen-des-donald-trump_aid-23883911 )

Im alten Rom erhielten unterworfene Völker, die den Römern noch irgendwie von Nutzen sein konnten, den Status von „amici sociique populi Romani“( Freunde und Bundesgenossen des römischen Volkes). Dem Namen nach waren sie frei, in der Tat aber waren sie römische Vasallen und Untertanen mit der Verpflichtung, Truppen und Schiffe zu stellen, enorme Tribute zu bezahlen, die römische Herrschaft auf jede Weise zu stützen und sich der römischen Kultur zu unterwerfen.

 

Das ist eine recht zutreffende Beschreibung des Verhältnisses der USA zur Bundesrepublik Deutschland. Zwar zahlt letztere keine Besatzungskosten mehr, aber unser Land dient dem Hegemon weiterhin als Etappe und militärisches Sprungbrett, als Lager von Atomwaffen und als Lieferant von Menschen und Material für die weltweiten Konflikte der Amerikaner, zum Beispiel in Afghanistan.Die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Supermacht haben immer Priorität, was in Sachen Iran-Boykott, Ostsee-Gas-Pipeline oder Geldtransfer in den Iran gerade wieder einmal deutlich wird. Und das trotz erheblicher Leistungen der BRD als zweitgrößter Truppensteller, größter Beitragszahler und Stellung eines neuen Nato-Quartiers in Ulm. Allerdings ist die Behauptung des Monopols einer atomaren Weltmacht natürlich ungleich aufwändiger als eine schlichte Existenz als Mittelmacht.

Ich erinnere mich gut an eine Zeit, wo man den Deutschen eintrichterte, es sei gut für den Frieden, wenn sie nie wieder Waffen in die Hand bekamen. Da müsste es doch auch heute noch dem Frieden dienen, wenn die Deutschen militärisch schwach bleiben und somit die anderen sich nicht über eine Bedrohung durch Deutschland beklagen können, gegen die vorzugehen sei.

A. Frerk

(Einzelmeinung)

 

 

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