Für das Europa der Vaterländer         

Das Triumphgeschrei der Etablierten darüber, dass es ihnen gelungen sei, die AfD „deutlich unter dem Rekordgewinn der Bundestagswahl 2017 von 12,6 Prozent zu halten“, ist inzwischen dem Katzenjammer gewichen. Erstens sind die 11 Prozent der AfD bei der Europawahl kaum weniger, sodann hat die Schlammschlacht gegen die AfD nur den Grünen genutzt.
            Europaweit haben jedoch die bösen “rechtspopulistischen, nationalistischen und euroskeptischen“ Parteien 171 von 751 Sitzen im Europaparlament errungen und sind fast genauso stark wie die EVP mit ihren 177 Mandaten – wenn sie sich denn untereinander einig werden. Jedenfalls haben sich drei von vier großen Ländern Europas gegen Brüssel gestellt: Matteo Salvini holte in Italien 34 Prozent der Stimmen, Marine Le Pen schaffte 23,3, Prozent, einen knappen Punkt mehr als Macron, und in Großbritannien ergab sich für Nigel Farage und seine Brexit Party eine deutliche Mehrheit von 31 Prozent. Auch die polnische PiS, Recht und Gerechtigkeit, 26 Sitze, und Viktor Orbán Fidesz, 13 Sitze, schnitten sehr gut ab. Wenn Präsidentschaftsaspirant Weber und die EVP jetzt Orbán nicht die Füße küssen, scheidet der aus der EVP-Gruppe aus und deren Mehrheit ist dahin.

            Nachdem also die Protagonisten der Vereinigten Staaten von Europa (VSE) ordentlich Prügel bekommen haben, drängt sich die Frage auf, ob dieser Großstaat überhaupt möglich und wünschenswert ist. Dabei wird jeder sofort an die Weltkriege des 20. Jahrhunderts und an die mehr als 70 Jahre Frieden in fast ganz Europa denken. Diese lange Friedensphase ist aber nicht Paneuropa zu verdanken, sondern der Erschöpfung der Kombattanten, dem kaltem Krieg mit der Gefahr der gegenseitigen Vernichtung und vielleicht auch einem Rest von Vernunft. Europa bleibt weiterhin ein Konglomerat von mehr als 40 Nationen, die fast alle ihre eigene Sprache, ihre besondere Geschichte und Kultur besitzen. Obendrein haben Portugiesen, Spanier, Engländer und Franzosen vom 15. Jahrhundert an einen großen Teil der Welt, nämlich Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland, auf Dauer zu ihren Domänen gemacht. Das ging keineswegs rechtlich und human vonstatten, aber das Bewusstsein einer großen Vergangenheit und des eigenen Wertes lebt weiter. Andere Völker haben so Großes in Wissenschaft und Technik geleistet, dass ihnen die ganze Menschheit für immer verpflichtet bleibt. Die kann man nicht einfach vereinnahmen, wie das Beispiel Großbritanniens zeigt, das sich dem Zugriff Brüssels entzieht.
            Derart unterschiedliche Nationen lassen sich kaum in einem Staat geordnet, friedlich und nachhaltig zusammenbringen. Die Rivalitäten sind bis heute gewaltig, die Unterschiede in der Mentalität schier unüberwindlich, die Abstände in der Wirtschaftskraft nehmen aktuell eher noch zu als ab. Es gibt eben kein einheitliches europäisches Staatsvolk. Welchen Grad von Bürgersinn und welche Loyalität hätten denn die VSE zumal im Krisenfall zu erwarten? Noch dazu haben wir einen gernegroßen Giganten vor der Haustür, der prinzipiell zu Europa und seiner Kultur gehört, der sich aber als Global Player betätigt und kaum zu integrieren ist.
            Das Europa der Vaterländer ist da ungleich realistischer und gefahrloser zu erreichen. Der Zusammenschluß der europäischen Völker unter Wahrung ihrer kulturellen Identität und nationalen Souveränität erscheint machbar. In dieser Union sollte eine gemeinsame Außen-, Wirtschafts- und Verteidigungspolitik angestrebt werden, die Europa nicht zum Spielball der Supermächte werden lasst. Wir brauchen den Brüsseler Zentralismus und seine Globalisierer nicht, sondern wollen die europäischen Regionen mit ihrem einmaligen kulturellen Reichtum fördern und erhalten. Dazu muß dringend die unbegrenzte Massenmigration nach Europa gestoppt werden, denn die sich schon anbahnende  Auflösung der Völker erzeugt zwangsläufig Konflikte und bedroht den Frieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.