Future for Dummies

Ich,  Anfang der 50er geboren, die Zeit des Wiederaufbaus und die Wirtschaftswunderjahre miterlebt, muss mir jetzt von der Joystick-Rundumwohlfühl-Generation, die noch nichts alleine auf die Reihe gebracht hat, anhören:
„Weil ihr unsere Zukunft klaut“.
Absurder kann es nicht mehr werden in diesem auf links gedrehten Gesinnungsstaat mit ihrer „Leerkörperschaft“. Ihr schwafelt von Nachhaltigkeit, lasst euch von euren Klassen-Ideologen mal erklären was Nachhaltigkeit „nachhaltig“ bedeutet.
Wir sind mit grauer Feinripp-Unterwäsche unisono zur Schule gegangen, nicht mit Designer-Slips von Calvin Klein er Joop, und wenn diese ein Loch hatten, wurden sie, wie auch Socken und Pullover gestopft oder geflickt. Sportkleidung wurde nach Haltbarkeits-Kriterien gekauft, nicht nach der Mode mit 3 Streifen. Ein Leder-Fussball war ein monströses Geschenk, es musste keine Drohne oder eine Spiele-Console für Autokraten sein. Gespielt wurde ausnahmslos draußen, bis zu Dämmerung, und kein Elternteil musste in einer xyz-Gruppe dafür sorgen, dass man irgendwo unterkam. Das Kartoffelfeuer im Herbst zum Erntedank war ein „Highlight“, die Kartoffeln wurden schwarz und verkokelt aus dem Feuer gefischt und pur genossen, und zwar ohne Sourcreme (und Sagrotan), und meines Wissens haben alle überlebt.
Wenn beim Fußballspiel zwei Mannschaften gebildet wurden, wurde nach Können gewählt, ohne Befindlichkeiten, heute würden einige Eltern für die Spät-Auserwählten einen Stuhlkreis mit psychologischer Betreuung samt Telefonkonferenz bilden, wg. Benachteiligung oder Diskrminierung. Konflikte wurden untereinander gelöst, auch mal mit Fäusten, aber niemals, niemals wurde weiter-gedroschen, wenn der Gegner auf dem Boden lag. Man konnte in den Sommerferien, sechs Wochen im Freien spielen, ohne sich mit Sonnenschutz einzuschmieren, brauchte man auch nicht, die Kohle- und Montanindustrie im Ruhrpott  hat mangels angewandter Filter genug in die Luft geblasen und so die Strahlungsintensität gemindert, war dann halt die Dunstglocke – und siehe da, auch das  haben wir überlebt.
Wo genug Grün und „Wildnis“ zur Verfügung stand, wurde Baumhütten oder andere Unterschlupfe gebaut, Pfeil und Bogen selbst geschnitzt, die dann in Bandenkriegen zum Einsatz kamen, oder auch mal Bahn-Schwellensteine von den Gleisen.
Und dieser jetzt „nachhaltige“ sichtbare Wohlstand, den diese Generation aus Ur- Groß -und Eltern aufgebaut haben, soll jetzt durch eine blinde Verteilungsorgie an alle zunichte gemacht werden?
Taschengeld musste verdient werden, zum Beispiel in den Ferien durch Brötchen-Austragen oder Kegeln aufstellen. Könnt ihr euch gar nicht vorstellen, oder …
Zum Einkaufen sind die Eltern ZU FUSS, mit einem Netz und einer Einkaufstasche gegangen, und zwar nicht zu einem der verbraucherpsychologisch aufgebauten Supermärkte, sondern zum örtlichen Metzger, Bäcker oder Tante Emmaladen. Metzger gab es damals noch, in meiner Kindheit drei an der Zahl, die fußläufig unter einem KM zu erreichen waren. Diese Metzger haben ebenfalls nachhaltig Fleisch bezogen, ohne EU-Subventionen, beim ebenfalls örtlichen Bauern. Die Ware wurde real und gerne bezahlt und nicht nach dem Maßstab „Geiz ist geil“. Dafür gab es auch nicht jeden Tag Fleisch. Von Dry-Age-Meat konnte man nicht mal träumen, gab es nicht, es langten gut abgehangene Rindfleischstücke, wahlweise zum Braten oder als Rolladen.
Wir haben damals nachhaltiger gelebt, als ihr Wohlstands-Planeten-Sanierer euch dass vorstellen könnt; ihr, die  euch von eurer Rundum-Betreuungs-Mammi mit dem Van oder SUV am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren lässt.
Macht was draus, ihr nach den 90ern Geborenen…
Herzlichst
Peter Korpok
(Einzelmeinung)

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