Islamismus in Frankreich

Die Große Revolution von 1789 hatte mit der Losung „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ auch die volle Gleichberechtigung des zuvor diskriminierten Protestantismus und des Judentums gebracht. Die Religionsfreiheit galt natürlich auch für die Muslime, die damals in Staat und Gesellschaft noch keine Rolle spielten. Inzwischen ist aber durch Arbeitsmigration und sonstige Einwanderung besonders aus dem Maghreb deren Zahl enorm gewachsen, jedoch eine echte Eingliederung in die französische Gesellschaft nicht erfolgt.

Trotz „perfekter Integration“ – die französischen Muslime beherrschen die Landessprache, sind Staatsbürger und genießen alle Vorteile eines üppigen Sozialsystems – kommt es zu wachsenden Konflikten zwischen den Einwanderern und den Autochthonen. Man erinnere sich nur an die blutigen Anschläge von Muslimen in allen Regionen Frankreichs. Der Islam, dem die große Mehrheit der Neubürger anhängt, ist nicht länger nur eine Religion unter anderen, sondern eine Macht im Streit gegen die vermeintliche Diskriminierung seiner Anhänger und für seine Priorität geworden.
Da aber zu den geheiligten Prinzipien der französischen Republik die strenge Trennung von Staat und Kirche gehört, die sogenannte Laizität, sind der politische Islam und seine Ansprüche eine Provokation. Davon zeugt eine Meldung aus Le Parisien über Agence France Press vom 15. November 2019, deren Übersetzung hier folgt:
„Laurent Nuñez, Staatssekretär des Innenministeriums, hat am Freitag mitgeteilt, dass Getränkestuben, Schulen und Kultstätten in etwa 15 Vierteln in Frankreich geschlossen worden sind. Diese waren vom politischen Islam und vom Kommunitarismus betroffen.
„Wir kämpfen gegen den politischen Islam, der vorgibt, dass das Gesetz Gottes höher steht als das der Republik“, hat der Staatssekretär in der Sendung „Télématin“ auf France 2 vorgebracht, wobei er unterstrich, dass dieser „politische Islam“ nicht mit dem „Islam verwechselt werden darf“.
Laurent Nuñez hat im einzelnen ausgeführt, dass „in etwa 15 Vierteln etwas weniger als 130 Getränkestuben, zwölf Kultstätten, drei Schulen und neun Vereinigungen geschlossen worden waren“. Er hat keine Angaben über den Ort dieser Viertel noch über den Zeitraum gemacht, in dem diese Schließungen durchgeführt wurden.
Alle sind seit dem Monat Februar 2018 im Rahmen des nationalen Plans zur Vorbeugung gegen die Radikalisierung (PNPR) erfolgt, verdeutlicht gleichwohl der Mitteilungsdienst des Innenministeriums, das wir angesprochen haben.
Auffällig ist an dieser Verlautbarung des Innenministeriums die ängstliche Zurückhaltung gegenüber einem zunehmend aggressiv auftretenden Islam. So formuliert ein Ministerialbeamter eines Landes, das sich nicht mehr zu seiner Geschichte, seiner Kultur, seinen Werten und Traditionen zu bekennen wagt.
Geldern, 22. November 2019
A. Frerk
(Einzelmeinung)

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