Gegendarstellung/Offener Brief

Axel Radecke                                                                              

An
Chefredaktion der Rheinische Post Düsseldorf
Herr Moritz Döbler
Frau Eva Quadbeck
redaktionssekretariat@rheinische-post.de                                             9.1.2020

Gegendarstellung/Offener Brief

Zu: Verletzte bei den Protesten gegen „Umweltsau“-Lied des WDR, RP Print vom 6.1.2020
Ihr Bericht via dpa/epd über den Verlauf der Proteste am 4.1.2020 vor dem WDR-Gebäude
in Köln entspricht in mehreren Punkten nicht den Tatsachen und somit der Wahrheit.
Zunächst einmal waren wir nicht rund 50, sondern etwa 100 Demonstranten, gegen die„
Zt.: rund 1500 Menschen“, also Gegendemonstranten zusammengekommen waren.
Diese hatten allerdings am Wallraffplatz, gegeben durch ihre starke Präsenz die Majorität
und verhielten sich uns gegenüber äußerst aggressiv und feindselig. Warum erfahren die
Leser der RP nicht, dass sich die Polizei ausschließlich mit den Ausschreitungen aus den
Reihen dieser etwa 1500 gewalt-bereiten Gegendemonstranten befassen musste?

Vier Demonstranten erlitten nach Darstellung
der RP „leichte Verletzungen“. Das ist grob
unwahr. Ich wurde von den „Friedensfreunden“
(Antifa, Verdi, Linke, Grüne, FfF) eingekreist
und erhielt von hinten links einen wuchtigen Schlag
mit einem Gegenstand auf den Kopf. Die Polizei
kam mir dann zu Hilfe, schirmte mich ab und
versorgte die blutende Wunde.
Der Täter konnte flüchten, da seine Kumpane
eine Gasse für ihn bildeten.
Somit liegt der Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung nach § 224 StGB vor.
Der Angriff erfolgte unter Einsatz eines gefährlichen Tatwerkzeugs – § 224.2, von hinten,
also „mittels eines hinterlistigen Überfalls „§ 224.3 und mit „anderen Beteiligten
gemeinschaftlich“- § 224,4. Nach Tröndle/Fischer ist es nicht nötig, dass alle Beteiligten
selber zuschlugen, sondern es reicht aus, dass die Mittäter den Angriff nicht verhinderten,
den Täter ermutigten und seine Flucht deckten.

bitte weiterlesen…

Warum war die Polizei erst zur Stelle, als Blut floß?
Und damit komme ich zum Kern meiner Kritik. Unser verfassungsmäßiges
Demonstrationsrecht bestand wieder einmal nur auf dem Papier.
In Wahrheit konnten wir dieses angesichts massiver Bedrohung nicht ausüben.
Es wären bedeutend mehr Menschen zur Demo gekommen, hätte die Polizei
einen sicheren Zugang zum Demonstrationsort geschaffen. Meine Kopfwunde
beweist die Gewalt, die unter den Augen der Polizei gegen unser Recht als Bürger eines
demokratischen Landes eingesetzt wurde. In Köln hat es zu gleicher Zeit und nach
Auflösung der Demonstration auch regelrechte Hetzjagden auf Andersdenkende gegeben.
Nicht wie in Chemnitz, was ja der „kaltgestellte“ Ex-Präsident des
Bundesamtes für Verfassungsschutz, Herr Maaßen, den Medien schon des
öfteren versucht zu erklären, sondern echte Hetzjagden.
Doch darüber schweigt sich die RP aus. Ist das Ihr neutraler
investigativer Journalismus?
Darf man unter solchen Umständen überhaupt noch von Demokratie
in Deutschland sprechen?

gez Axel Radecke

der in der RP erschienene Artikel vom 6.1.2020:


(c) RP Print

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