Herr Jahnßsen wählt die CDU …

Sie kennen Herrn Jansen nicht?
Herr Janssen wohnt in Kellen. Wie schon sein Vater war er „op de Botter“. Damals, in den 60er Jahren, hat er nach der Schulentlassung bei  den Margarinewerken van den Bergh zu arbeiten  angefangen und ist dort bis zum „goldenen Handschlag“ (mit 58 Jahren) geblieben.  Er hat gutes Geld verdient; am lukrativsten waren die Feiertagsnachtschichten.
Eine schöne Zeit; es ging immer besser: Das Moped, der erste Gebrauchtwagen, Heirat, Kinder, neues Auto, Einfamilienhaus; so etwa in dieser Reihenfolge.  Dazwischen Urlaub in Holland, ja sogar Österreich. Und die Kegeltouren: Erst nach Hönningen, später dann nach Malle.
Sein  Vater war Kriegsteilnehmer; dieser wusste die Zeit des Wirtschaftswunders ganz besonders  zu schätzen. Deshalb wählte er die Partei Adenauers und Erhards, die CDU. Und das „C“; das  war wichtig, denn Sonntags ging er ja schon mal zur Messe. Was anderes als CDU kam nie infrage.
Und so wählte auch Jahnsen immer die CDU. Und nicht nur er; sein Bruder, der bei der Stadt ist, natürlich auch. Und viele seiner Verwandten und Sportskameraden. Immer.
Jahnßen  war damals, 1998, wie zwei Drittel der Deutschen auch, gegen die Abschaffung der D-Mark zugunsten der Einführung des Euro. Gewiss, er war kein Starbatty und auch kein Hankel, doch rein gefühlsmäßig war er nun mal dagegen. Aber deshalb eine andere Partei als die CDU zu wählen, etwa die von Bolko Hoffmann? Nein. Erstens, weil er schon immer CDU gewählt hatte, zweitens, weil ihn die CDU mit Ihrer Wahlplakataussage (Durch den Maastrichter Vertrag sei sichergestellt, dass kein Land für die Schulden der anderen Länder  haften) beruhigt hatte und drittens hätte der Euro ja  auch wirklich was Gutes: In Österreich bräuchte man schließlich nicht mehr alles mal sieben zu nehmen, und, was noch viel schwieriger ist, auch nicht mehr durch sieben zu teilen.
Klar, auch zuletzt 2017 wählte er wieder CDU. Wenn bei Janßen „CDU“ ins Hirn kam, dachte er natürlich immer an das Wirtschaftswunder, seine tolle Zeit, an Adenauer und Erhard. Dass sein Sohn keine Möglichkeit mehr hatte, „op de Botter“ , bei Hoffmann oder der Organchemie zu arbeiten und statt dessen bei einer Zeitarbeitsfirma herumgereicht wurde – Schicksal; der Jung muss mal zusehen, wie er klar kommt. Und dass für die Renovierung der Klassenräume seiner Enkelin kein Geld mehr da ist, so dass die Eltern die Räume renovieren müssen –  na ja, die Kinder machen ja auch so viel dreckig.
Jahnssen fällt nichts auf. Ja, ja, es wird überall geklaut und eingebrochen, aber bei ihm ja nicht. Davon, dass in Duisburg und auch anderswo ganze Wohnblocks versiffen, so dass in der Nachbarschaft die Häuserpreise fallen – Kleve ist ja nicht Duisburg. Dass die CDU etwas mit dieser Entwicklung zu tun haben könnte – wie das?
Auch jetzt würde Janßsen wieder die CDU wählen; mag kommen, was will. Demokratieabbau? Hat er doch nix mit zu tun. Migrantenproblem? Merkel hat doch gesagt, wir schafften das. Eurorettungszahlungen? I wo; Merkel sagt doch, der Euro sei eine Erfolgsgeschichte. Altersarmut seiner Kinder? CDU-Blüm hat doch gesagt, die Rente sei sicher. Doch, doch, doch … . Und die Zukunft seiner Enkelin, auch durch die geänderten „Gepflogenheiten“? Wird schon nicht so schlimm werden; soll sie sich doch vernünftig anziehen.
Herr Janzen, falls Sie vielleicht doch mal ein ganz kleines bisschen was merken sollten: Meinen Sie nicht, dass die AfD die bessere Wahl wäre?
Nein; Herr Jantzen meint das nicht. Er weiß genau: Die sind auch nicht anders als die anderen Parteien. Das weiß er nämlich aus der Rheinischen Post: Die AfD ist rechtspopulistisch. Und im  Fernsehen kam das auch.
Herr Jantsen  ist nicht der Hellsten einer.
Deshalb wählt er auch diesmal wieder die CDU; der Merz soll ja ein ganz Guter sein. Dass der zu allen Zeiten alles von der CDU mitgemacht hat – macht nichts: er ist ja immerhin von der CDU.

3 thoughts on “Herr Jahnßsen wählt die CDU …”

  1. Sehr gute Kolumne!
    Janssen bis Jantsen stehen symptomatisch für den typischen Niederrheiner. Hier kannste aufm Kartoffelsack CDU schreiben, dieser wird gewählt, hat auch schon der Opa so getan.
    Wenn ich mir die Medienpräsenz des MdB´s Rouenhoff im Kreis ansehe, gewählt als Direktkandidat, frage ich mich, wann und wie der seine „Arbeit“ im Berliner Bundestag bewältigt.
    Aber das ist das kleinste Übel im Gegensatz zudem, was Merkel in ihren Legislatur-Perioden diesem Land, in dem man vor ihrer Zeit gut und gerne gelebt hat, angetan hat. Deutschland ist zur hysterischen Paria-Nation transformiert, über den sogar „der Süditaliener“ erst verwundert, dann mitleidig den Kopf schüttelt. Blickt man auf das Abwickeln der einst blühenden Auto- und Zulieferindustrie, auf dem Altar des Klimawahns geopfert, um die ganze Welt zu retten, aber nicht in der Lage zu sein, einen Flughafen bzw. Bahnhof zu bauen oder eine Brücke zu sanieren. Ein Teil der Schulen ist in einem maroden Zustand, ebenso wie die Infrastruktur.
    Die allgemeine Sicherheitslage im Westen ist die reine Katastrophe, der öffentliche Raum wurde aufgegeben. Menschen werden auf die Gleise „geschubst“ Frauen sollen nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit in Parks oder Grünanlagen joggen. Schwimmbäder werden okkupiert und quasi beschlagnahmt. Und das in dem Land…! Aber auch diese Zustände halten die Protagonisten nicht davon ab, die Grenzen offen zu halten und immer noch mehr Wirtschaftsmigranten ins Land zu lassen oder zu holen, egal wie, zu Wasser, zu Land und aus der Luft.
    Diese Entwicklung trugen/tragen Politiker in den Reihen der CDU mit, angefangen von A ltmaier bis Z iemiak, ihres Zeichens Berufspolitiker, welche zu Merkels Epigonen mutiert sind. Sieht man sich das „neue aufstrebende Personal“ an, um AKK und zuletzt auch die „Kanzlerin“ zu beerben, kann man nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen.
    Diffamiert und diskreditiert wird dagegen die einzige Alternative für Deutschland, die sich als politische Warner des anstehenden Ausverkaufs „Made in Germany“ definiert.
    Historiker werden diesen mutwillig herbeigeführten Niedergang Deutschland´s in der Post-Merkel Ära entsprechend bewerten, und unisono fragen, „wie konnte es dazu kommen“. Leseempfehlung dazu „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.